Naturkosmetik - Ein kurzer Überblick

Immer häufiger stellen wir Verbraucher uns die Frage, was genau in den Produkten steckt, die wir täglich kaufen und unter welchen Bedingungen sie zu uns gelangt sind. 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Naturkosmetik - Ein kurzer Überblick

2. Inhaltsstoffe der Naturkosmetik

3 Naturkosmetik zu teuer? Ein Trugschluss!

4. Selbstgemacht: Top Rezepte für eigene Pflegeprodukte

4.1. Avocado - Kokosöl Haarkur für trockenes & glanzloses Haar

4.2. Pflegebutter für spröde Lippen

4.3. Pflegendes Körperpeeling

5. Schlusswort

 

Wir vergleichen Cornflakes packungen, um die mit dem wenigsten Zuckergehalt zu entdecken, kaufen nur noch Bio Fleisch und und waschen unser Obst vor dem Verzehr, um unserer Gesundheit und Umwelt etwas Gutes zu tun.  Diesen Trend sehen wir auch in der Kosmetikindustrie. Immer mehr Marken tauchen auf, die natürlichere und besser verträgliche Produkte versprechen. Und das erscheint natürlich sinnvoll, da Cremes, Seren etc. täglich von unserer Haut absorbiert werden.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff der "Naturkosmetik", Und wo genau liegen die Unterschiede zu herkömmlicher Kosmetik?

Freundinnen am Strand lachen

Hinter Naturkosmetik steht grundsätzlich der Gedanke, Produkte natürlicher, gesünder und nachhaltiger zu produzieren. Das geschieht vor allem durch das Austauschen jahrelang benutzter chemischer durch pflanzliche Inhaltstoffe. Denn in unseren täglichen Tuben und Tiegeln verstecken sich einige Stoffe, die  nach langfristiger Verwendung eher negative als positive Effekte auf unseren Organismus haben. 

Tenside zum Beispiel sind waschaktive Substanzen, die nicht nur für Schaum sorgen, sondern auch Fette und somit Schmutzpartikel binden. In konventioneller Kosmetik werden oft sehr günstige Waschsubstanzen auf PEG(Polyethylenglykol)- Basis verwendet. Diese produzieren zwar viel Schaum, sind jedoch zur Haut oft sehr aggressiv. 

In der Naturkosmetik greift man währenddessen für sanfte Tenside meist auf Zucker- oder Kokosöl-Basis zurück. Dass Pflanzen heilende Kräfte besitzen, wissen wir schon lange. Die Naturkosmetik nutzt genau dieses unerschöpfliche Sortiment an Wirkstoffen aus Pflanzen wie Aloe Vera, Moringa oder Salbei & co. 

Auch Naturprodukte, die anerkannte positve Wirkstoffe haben wie Grüner Tee, Wein oder sogar einige Pilze werden verwendet. Denn Vitamine, Enzyme und Antioxidantien haben die gleiche Wirkweise auf unserer Haut wie in unserem Körper. Pflanzenöle wie Kakaobutter oder Arganöl sorgen für eine geschmeidige Haut und spenden Feuchtigkeit. Durch die enthaltenen Vitamine, Provitamine und Phytosterolen werden Spannkraft und Regeneration der Haut gefördert.

Enzyme und Vitamine ( vor allem Vitamin C), die als Extrakte aus Samen, Kernen, Blüten etc. gewonnen werden, haben eine vitalisierende Wirkung auf die Haut.

Das entzündungshemmende Bisabolol aus der Kamille wird  häufig in Produkten für empfndliche und unreine Haut eingesetzt.  Fruchtsäuren wie beispielsweise aus Wildrose regen das Zellwachstum an, steigern die körpereigene Symthese von Kollagen und Hyaluronsäure und lösen Hautschüppchen ab. Das klingt erst einmal super.

Das Problem ist nur, dass der Begriff als solcher nicht geschützt ist, was bedeutet, dass jeder Hersteller Worte wie "organic" oder "natural" auf seine Produkte schreiben darf. Unabhängig davon, wie nah deren Inhaltstoffe  dem natürlichen Ursprung wirklich sind. 

Auch wenn also eine Lavendel Pflanze auf der Verpackung abgebildet ist, kann das Produkt trotzdem überwiegend aus chemisch- synthetischen  Substanzen wie Silikonöl bestehen und Lavendel nur ein minimaler Bestandteil der Zutatenliste sein.

Klarheit  verschaffen seit den Neunzigern  Naturkosmetiksiegel, wie EcoCert, NaTrue oder BDIH.  

Pärchen spaziert auf der Wiese

Diese verbieten eine größere Anzahl von Inhaltstoffe als die EU-Kosmetikverordnung, wo durch weniger umstrittene chemisch-synthetische  Inhaltstoffe in der meisten Naturkosmetik enthalten sind. Auch stellen sie bestimmte Anforderungen im Bezug auf die Produktbedingungen der zertifizierten Produkte. Inhaltstoffe auf Erdölbasis, Silikone und PEGC (Polyethylenglykole; Stoffe, die als Schaumbilder eingesetzt werden) sind  beispielsweise verboten. Ebenso wie viele Stoffe, die als umwelt- und gesundheitsschädlich gelten ,wie mineralöbasierte Mikroplastik und viele Konservierungsstoffe.  Natürliche Rohstoffe wie Pflanzenöle dürfen zwar durch festgelegte Reaktionen verändert werden, jedoch sind nur sehr wenige chemisch hergestellte Stoffe wie Pigmente erlaubt.  

Es bestehen außerdem strengere Verbote für Tierschutz als gesetzlich vorgeschrieben und je nach Siegel muss außerdem ein Teil der Inhaltstoffe aus biologischem Anbau stammen. Durch diese Siegel haben wir Verbraucher  also schon einen etwas besseren Überblick beim Kauf von Naturkosmetik. Wenn man herausfinden möchte, was ganz genau in seinen Produkten steckt, helfen Apps wie ToxFox oder Codecheck. Dort kann man einfach Strichcodes scannen und sehen ob und welche giftigen Stoffe enthalten sind. Eine  Übersicht über die häufigsten problematischsten Inhaltsstoffe finden Sie außerdem auch auf der Website der Verbraucherzentrale. [1]

Ist Naturkosmetik nicht aber viel teurer als herkömmliche?

Der Glaube, dass Naturkosmetik generell teurer als herkömmliche Kosmetik ist, ist mittlerweile überholt. Ebenso wie bei klassischer Kosmetik reicht die Preisspanne von günstigen Drogerieprodukten hinzu High End Kosmetika. 

Anfänglich waren die Preise im Naturkosmetiksortiment zwar hoch, aber auch nur, da viele Inhaltsstoffe damals noch nicht in großen Mengen produziert wurden und die Herstellung so teurer war. Mit steigender Nachfrage stieg das Angebot, durch die höheren Produktionsmengen wurde die Herstellung kostengünstiger.

Frau meditiert in Thailand

Natürliche Drogeriemarken mit niedrigem Preisniveau  sind unteranderem Lavera, benecos oder alverde. Ich denke, wie alle können es aber auch verkraften ein paar Euro mehr für Kosmetika auszugeben, wenn wir wissen dass wir unserem Körper damit einen Gefallen tun. Wie Tata Harper, Gründerin des gleichnamigen High-End Green Beauty Labels auf ihrer Website erklärt, geht es heutzutage nicht mehr darum, so viele verschiedenen Produkte wie möglich zu besitzen, sondern sich auf einige wirksame verlassen zu können. 

"Ich bin glücklich Produkte zu erschaffen, die nicht nur die Haut verschönern, sondern  die Konsumenten gesund halten und ihre Lebensqualität verbessern." 


Für diejenigen, die gerne noch mehr Geld sparen  und dabei auch noch auf Plastikverpackungen verzichten möchten, gibt es diverse Möglichkeiten sich eigene natürliche  Beautyprodukte herzustellen. Haarmasken aus Avocado und Kokosöl, reine Sheabutter als Bodylotionersatz oder Lippenpeelings aus Zucker und Honig beispielsweise. Produkte dafür, wie reine Pflanzenöle, findet man in vielen Reformhäusern oder online. Außerdem ermöglicht das Selbermachen natürlich auch eine individueller Auswahl an Inhaltsstoffen, die auf die eigenen Bedürfnisse angepasst sind. 

Auch als Geschenke eigenen sich selbstgemachte Produkte perfekt, auch wenn natürlich beachtet werden muss, dass diese deutlich kürzer haltbar sind.

Hier meine persönlichen Top 3 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte:

selbstgemachte Naturkosmetik

    Avocado - Kokosöl Haarkur für trockenes, glanzloses Haar

    (Haltbarkeit: ca 3 Tage)

      Dafür benötigt man: 

      • 1 Avocodo
      • 2 Esslöffel geschmolzenes Kokosöl (alternativ: Oliven-, Jojoba- oder Arganöl) 
      • 1 Spritzer Zitronensaft (für den Glanz)

      So geht's:

      Den Kern der Avocado entfernen, das gesamte Fruchtfleisch von der Schale trennen und zerkleinern. Das Öl und einen Schuss Zitronensaft hinzugeben. Alles miteinander vermengen und in die Haarlängen einmassieren. Den Ansatz und die Kopfhaut aussparen. Nach15 bis 30 Minuten Einwirkzeit die Haare mit warmen Wasser übergießen und die Reste mit Shampoo auswaschen. 

        Pflegebutter für spröde Lippen

        (Haltbarkeit: ca. 6 Monate) 

          Dafür benötigt man: (für etwa 30 ml)

          • 1 Teelöffel Kokosöl
          • 1/2 TL Bienenwachs (gibt es auch in Reformhäusern, oder direkt bei lokalen Imkern)
          • 1 TL Olivenöl
          • optional:  Tropfen eines ätherischem Öls für den Geruch & Geschmack (z.B. Minze)

          So geht's: 

          Kokosöl, Sheabutter und Bienenwachs bei geringer Hitze im Wasserbad schmelzen. Die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen und das Olivenöl einrühren. Die Mischung unter ständigem Rühren abkühlen lassen. Nun optional das ätherische Öl hinzugeben und den Lip Balm in einen kleinen Tiegel gießen. Mit offenem Deckel aushärten lassen.

            Pflegendes Körperpeeling

            (Haltbarkeit: ca. 3 Monate) 

              Dafür benötigt man: (für etwa 100 ml)

              • 70 g feines Meersalz
              • 2 - 3 Esslöffel geruchsneutrales Pflanzenöl wie Kokos-, Raps- oder Sonnenblumenöl
              • optional: Tropfen eines ätherischem Öls für den Geruch (z.B. Rose oder Lavendel) 

              So geht's:

              Die Zutaten in einer Schüssel so lange vermegen, bis eine Masse mit der Konsistenz von nassem Sand entsteht. Diese dann  in ein Weckglas umfüllen und mit ein wenig Wasser auf den gewünschten Körperstellen auftragen. Mit warmen Wasser abspülen.

              Schlusswort

              Egal, ob gekauft oder selbstgemacht, in meinen Augen ist Naturkosmetik definitv einen Versuch wert, von dem nicht nur unsere Haut sondern auch unser Planet profitiert. Schauen Sie doch beim nächsten Drogerieinkauf mal nach der ein oder anderen natürlichen Alternative - Sie werden es nicht bereuen. :)

              Verfasst von Teresa Starkloff

               

               

               

               

               

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